Theaterbesuch der 3. und 4. Klassen „Lust auf Leben – was kostet die Freiheit?“

Am 28. 09. 2018 besuchten die dritten und vierten Klassen gemeinsam mit einigen Gruppen der HAK-Korneuburg den Musikfreundesaal. Hier wurde das Stück „Lust auf Leben – was kostet die Freiheit?“ aufgeführt.

 

Das Schauspiel hat seine eigene Geschichte. Es entstand mit einer Gruppe zufällig zusammengewürfelter, relativ junger Leute unterschiedlicher Nationalitäten. Neben Österreichern und Österreicherinnen stehen Menschen aus Ungarn, Russland, aus dem Iran, Afghanistan und anderen Ländern auf der Bühne. Im Rahmen des Projekts: „zusammen:wachsen – Kunst und Integration“ wurde die etwa 70-minütige Theaterperformance erarbeitet. In Wien wurde das Ergebnis dieses Experiments bereits mehrmals erfolgreich und mit Beachtung der Medien aufgeführt. 

 

Die Handlung: Unter der Leitung einer immer freundlich agierenden und englisch sprechenden Projektleitung, die einen rohen und sehr autoritären Aufpasser zu Seite hat, soll trotz verschiedener Sprachen und Kulturen ein gemeinsames Werk unter dem Slogan „for a better future“ erarbeitet werden. Deswegen besteht ein Plan und zuerst wird danach relativ widerspruchslos gehandelt, obwohl diverse Konflikte entstehen. Mit der Zeit erfährt der Zuschauer von einigen Personen ihre Geschichte und Motive der Flucht sowie ihre Träume. Gleichzeitig wird gemeinsam, aber immer wieder mit aufkeimenden  Auseinandersetzungen um Details zu dem vagen Ziel einer besseren Zukunft hingearbeitet. Als jedoch der Auftrag ziemlich unerwartet als beendet erklärt wird, die beiden Leitfiguren sogar die Bühne verlassen und als letztes „Geschenk“ an einige der Mitspieler Waffen verteilt werden, entsteht zuerst Verwirrung und schließlich ein Machtvakuum. Das wird aber nicht zur Befreiung der beteiligten Menschen genutzt, sondern vielmehr für die Durchsetzung der Vorstellungen einzelner missbraucht. Genau diese Szenen führen eindringlich die Brutalität und Gefährlichkeit solcher Alleingänge vor Augen. Alle enden jedoch in Ratlosigkeit und persönlicher Überforderung. Erst spät wird von den Protagonisten erkannt, dass ausschließlich ein gemeinsames Vorgehen zu einer Lösung und vielleicht auch zur Freiheit für alle führen kann.

 

Die Aufführung war rasant gespielt. Auch die manchmal derbe Sprache, die von den meisten Jugendlichen durchaus im Alltag eifrig benutzt wird, zeigte, wie weit Verrohung schon in der Wortwahl schwierige Situationen beinahe bis ins Ausweglose hoch peitschen kann. Viele brisante Themen wurden im Laufe der gekonnten Darbietung angerissen und die Zuschauer wurden wohl ziemlich nachdenklich in ihre oft gar nicht so richtig geschätzte Freiheit entlassen.

 

Rosemarie Stepanik