EU-Projekt 2019

Mittlerweile ist das EU-Projekt in den vierten Klassen beinahe schon zur Institution geworden. Wie jedes Jahr arbeiteten die Schüler und Schülerinnen beider Klassen gleichzeitig eine knappe Woche lang an dem überaus anspruchsvollen und umfangreichen Thema Europäische Union. Während dieser Phase wird der Regelunterricht völlig aufgehoben und alle Kinder beschäftigen sich mit dem Thema auf vielfältige Art. Die Arbeitsweise ist den Jugendlichen überlassen. Sie können und dürfen sich in Gruppen, zu zweit oder auch alleine mit dem immer aktuellen Kapitel EU auseinandersetzen.

 

Am Ende verfügen alle über eine mit allerlei Informationen gefüllte Mappe, die hoffentlich auch später Auskunft über die Entstehung, die Geschichte, die zahlreichen Herausforderungen und Aspekte sowie die Zukunft der Europäischen Integration gibt.

 

Jedenfalls sollen die zukünftigen Wähler und Wählerinnen eine Vorstellung davon gewinnen, wie wichtig und bedeutend für jeden einzelnen die Weiterentwicklung des europäischen Kontinents ist. Immerhin wirken etwa 500 Millionen Menschen an der Zukunft Europas mit. Jeder ist im Grunde gefragt, auch wenn viele auf den ersten Blick glauben, man habe keinen Einfluss und keine Möglichkeit, bei Entscheidungen mitzuwirken. Das ist nicht richtig. Aber jedes Engagement - in welche Richtung auch immer - erfordert Energie; Wissen und Verantwortung für sich und andere.

 

Am Ende des Projekts stand die Präsentation der gewonnen Erkenntnisse. Mittlerweile zeigen sich unsere Schüler sehr gewandt und eifrig. In abwechslungsreichen Powerpoint-Präsentationen, die allesamt sehr professionell wirken, referierten sie über einzelne Bereiche. Die dritten Klassen durften zuhören und hatten die Aufgabe, nach der Darbietung zu den Referaten Stellung zu nehmen und zu kommentieren und sich einiges von den Älteren abzuschauen. Denn im nächsten Jahr sind sie an der Reihe, ihre Ergebnisse des Lernprozesses vorzuführen.

 

Warum ist uns Pädagogen das Projekt so wichtig? Weil es wegen der verschiedenen Arbeitsweisen den Talenten der einzelnen Kinder entgegenkommt und manche Begabungen fördert, festigt oder auch neue Vorlieben zeigen kann. Außerdem bedeutet es für jeden einzelnen einen Erfolg, vor einem größeren Publikum zu sprechen. Die Nervosität ist bei allen zu spüren und stellt eine vorerst unterschätzte Herausforderung an verschiedene Sinne dar. Wir können jedoch am Ende sagen: Alle haben sich bewährt. Nebenbei wurde der Blick für politische Bildung geschärft und hoffentlich das Demokratieverständnis vertieft.

 

Die Zukunft unseres Kontinents und der gesamten Welt liegt schließlich in den Händen der Jugendlichen – und in ihren Köpfen. Jeder einzelne zählt und hat seinen Wert. Dieses Postulat entspricht genau den Grundwerten unserer Gemeinschaft. Jene Werte und Grundhaltungen haben uns allen immerhin über 70 Jahre Frieden und Wohlstand beschert. Zu verbessern gibt es jedoch immer etwas.

 

Im Namen des Kollegiums und aller Schüler und Schülerinnen

Rosemarie Stepanik